Gesellschaftsroman

Houellebecqs Serotonin zwischen Gottes Liebe und EU-Schlampe

Diese Melange aus Scharfsinn und Pornographie, Seelenlosigkeit und Mitgefühl kennt man schon, doch in Serotonin klingt Houellebecq religiöser als in seinen früheren Werken. Der Anfang des neuen Buchs versetzt uns in eine Szenerie der Elementarteilchen, des ersten großen Houellebecq-Romans von 1997: Der Protagonist macht Urlaub in einer alternden Nudistenkolonie,...

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Kunst-Integration: Kleebergs „Idiot des 21. Jahrhunderts“

„Also wieder was Autobiographisches“, habe seine Mutter erwidert, als er ihr den Titel seines neuesten Buchs verraten habe, sagt Michael Kleeberg bei einer Lesung auf dem Erlanger Poetenfest. Ein selbstironischer Scherz, wie jeder sogleich versteht. Autobiographisch sind an Kleebergs Werk Der Idiot des 21. Jahrhunderts allenfalls die Geschichten darin...

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Karl-Heinz Ott über den Verfall einer Familie

Vier erwachsene Geschwister treffen sich wegen des Ablebens ihres Vaters im Elternhaus, streiten und diskutieren, während sie aufeinen Rechtsanwalt mit dem Testament warten, und erfahren, als dieser gegen Mitternacht kommt, dass sie enterbt sind, bevor am nächsten Morgen – womöglich infolge lauten Kopulierens – der totgeglaubte Vater, ein Lustmolch...

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Martin Suters »Montecristo«: Ein Krimi, der sich selbst entlarvt

Suters neustes Buch ist spannend und elegant geschrieben; doch die Frage ist, ob noch mehr drinnen steckt. Die Erzählung scheint selbst so glatt wie die Gesellschaft, die sie problematisiert – was vielleicht wiederum ein Kunstgriff ist. Einem Auftragsmörder müsste eigentlich daran gelegen sein, möglichst unscheinbar auszusehen. In Martin Suters...

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